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Sonntag, 29. März 2015

Wyoming und Glass Animals in Berlin, 26/03/2015

Langsam erwache ich aus dem Winterschlaf und begebe mich wieder in die Clubs der Stadt, um Konzerte zu erleben. Wobei ich die nächsten paar Tage wohl nicht so viel Zeit dafür haben werde, immerhin sind bald Prüfungen. Für Glass Animals habe ich allerdings immer Zeit.

Das ausverkaufte Konzert wurde vom BangBang Club in das BiNuu verlegt. Auch wenn der Weg nicht weit war, kam ich relativ spät an. Also ungefähr dann, als Wyoming anfingen zu spielen.
An der Garderobe standen sehr viele Leute an. Ich sparte Zeit und Geld und versteckte meine Jacke einfach. Natürlich habe ich vorher alles aus den Taschen geholt. Man weiß ja nie.

Wyoming spielten ganz gut, aber viele Leute schienen sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Zum Beispiel darauf, was sie mit ihren Jacken machen sollten. Solche Probleme hatte ich nicht, deswegen konnte ich mich auf die Performance fokussieren.
Der Musikstil tendierte schon in Richtug Glass Animals, allerdings ist er etwas verträumter und nicht ganz so verrückt.
Und auch wenn es nicht so klingen mag – die Band kommt aus Deutschland. Nicht aus Wyoming. Und auch wenn David Stieffenhofer, der Sänger/Bassist,  dunkel geschminkte Augen hat und schwarz angezogen ist – er schien nicht schlecht gelaunt zu sein. Er tanzte sogar auf der Bühne.
Nach dem Konzert konnte man sich am Merchandise-Stand Aufkleber, Musik und Autogramme von den drei Jungs holen.

Hört euch die Band an, damit ihr später sagen könnt: „Ich kannte die schon vorher!“.




Grünes Licht, Vogelgezwitscher und andere Dschungelgeräusche läuteten den Headliner des Abends ein. Leider war die Bühne nicht so toll dekoriert wie bei einigen anderen Shows, aber es gab immerhin einen Teppich.
Als die Band auf die Bühne kam, gab es lauten Gejubel. Also wirklich laut. Dann wurde „Black Mambo“ gespielt.
Dave Bayley, der Sänger, schien echt gut drauf gewesen zu sein. Er tanzte und hatte ständig ein Lächeln im Gesicht. Leider sprach er nicht so viel mit dem Publikum, aber dafür kam später noch was.

Eines der Highlights war natürlich „Gooey“. Das Lied ist so ziemlich das bekannteste von ihnen, mein Blog hat bestimmt auch sehr viel dazu beigetragen. Ganz bestimmt. Zumindest tanzten so ziemlich alle und die Lichter waren echt cool. Wie Funken erstrahlten sie die Gesichter der tanzenden Menge.
Es gab eine kurze Pause, wie immer. Die Leute hörten nicht auf zu klatschen und zu jubeln. Die Band kam wieder auf die Bühne. Die Coverversion von Kanye Wests „Love Lockdown“ wurde gespielt. Dave kam von der Bühne und performte zwischen den Leuten. Dabei leuchteten die Lichter der Diskokugel wie die Augen der Fans. Ich war übrigens auch ganz nah dran.
„Pools“ war der krönende Abschluss des Abends, man musste einfach tanzen. Und wieder mal ein Konzert, das eigenlich viel zu kurz war.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Glass Animals eine sehr lockere Ausstrahlung haben und echt lässig sind. Die Lieder klingen live nicht so verwoben wie auf dem Album, aber die Stimmung bleibt erhalten. Es wurde übrigens auch „Exxus“ gespielt, was mich sehr gefreut hat.

Auch wenn ich schon oft Lieder der Band präsentiert habe, für die, die die Musik noch nicht kennen:


Dienstag, 24. März 2015

Adi, Olympique und Bilderbuch in Berlin, 20/03/2015

Schon seit Wochen war das Konzert im Astra ausverkauft. Kein Wunder, denn mit „Plansch“ und „Maschin“ fingen Bilderbuch seit 2013 langsam aber sicher an, aus der österreichischen Musikszene aufzutauchen und mit ihrer Musik zu uns rüber zu schwappen.

Ich habe was gelernt: man muss nicht immer früh da sein, um nah an die Bühne zu kommen. 30 Minuten vor Konzertbeginn hab ich mir noch ne Pizza gegönnt, war also 10 Minuten vorher da. Am Anfang war der Platz super, dann fing es plötzlich an, komisch zu riechen. Nach einer Weile wieder. Doch nachdem zwei Leute sich von der Stelle entfernt hatten, kam dies nicht mehr vor.

Zuerst spielte Adi Ulmansky, oder einfach nur Adi. Egal womit ihr „Adi“ bisher assoziiert habt, jetzt sollte es sich dabei um die Musikerin aus Israel handeln. Sie verbindet verschiedene elektronische Beats miteinander und singt dazu.
Ihr Name stand in Leuchtschrift auf oder Bühne, davor stand sie selbst, machte Musik, sang und bewegte sich dabei. Dazu gab es bunte Lichter. Also so ziemlich genau das, was ich auch machen würde, hätte ich das Zeug dazu.
Der Musikstil war ein ganz anderer als der von Bilderbuch, was etwas überraschend war. Nichtsdestotrotz klang es ganz cool. Man konnte sich zu der Musik bewegen und sich schon mal einstimmen. Adi war außerdem echt nett zum Publikum, am Ende gab es noch ein Gruppen-Selfie und sie ließ sich von einem kurzen Aussetzer der Technik nicht aus dem Takt bringen. Ein kleiner Eindruck:




Als nächstes spielten Olympique, ebenfalls eine österreichische Band. Ihre Musik war rockig, aber nicht unbedingt tanzbar. Sie spielten gut, doch irgendwie fehlte was. Selbst das öftere erwähnen von Bilderbuch brachte die Menge nicht unbedingt zum toben.
Auf YouTube klingen sie zumindest besser, vielleicht lag es also einfach nur am Sound.
Hier ein Video, das an interessanten Orten gedreht wurde:



Nach diesen zwei Vorbands war es Zeit für Bilderbuch. Diesmal trug Maurice, der Sänger, ein fancy Hemd, vielleicht nicht aus Seide, aber wohl aus den 80ern. Die Menge erwachte zum Leben, der Bass fing an zu beben.
Maurice bewegte sich lasziv zu seinem Gesang, später tanzte er außerdem im Publikum mit. Michael Krammer (der ein bisschen aussah wie der Sänger von The 1975) gab einige tolle Gitarrensoli, sogar über seinem Kopf. Bei „Softdrink“ kam am Ende ein Rapper auf die Bühne. Die Leute gingen seiner Meinung nach nicht genug ab, also wiederholte er seinen Part. Diesmal schien er zufrieden zu sein. Und noch eine interessante Sache: bevor „Spliff“ gespielt wurde, ließ die Nebelmaschine noch mal ordentlich Dampf ab.
Nach „Maschin“ verschwand die Band von der Bühne. Und klar, das Lied wär ein epischer Abschluss für ein tolles Konzert gewesen, doch Zugabe muss sein. Nach „Kopf Ab“ und „OM“ war es endgültig vorbei.
Insgesamt sind Bilderbuch eine Band zum Tanzen. Ich hatte etwas Pech, vor mir stand ein Baum, doch das hielt mich nicht davon ab, die Musik zu feiern.
Ein altes Lied:



Und Maschin:

Dienstag, 3. März 2015

SLVR FURS, Todd Dorigo und Carl Barât & The Jackals in Berlin, 27/02/2015

Es war der letzte Freitag im Februar und mein erstes Konzert des Jahres. Die Freude war groß, als ich mich auf den Weg zum BangBang Club machte. Nachdem ich leider nicht beim The Libertines-Konzert war, konnte ich nun zumindest Carl Barât zusammen mit den Jackals live hören.

Doch zwischen Einlass und Spielbeginn verging einiges an Zeit, denn es gab noch zwei Vorbands.
Zuerst spielten SLVR FURS, eine Band aus Australien, die etwas verrückt aussieht und ziemlich psychedelische Musik macht. Sie besteht aus Coco Purs und Joel Chant. Von ihrem Auftritt habe ich leider nur das Ende mitbekommen, deswegen kann ich nicht viel mehr dazu sagen. Hört hier:


Nach einer kurzen Umbaupause war Todd Dorigo an der Reihe. Mein erster Gedanke war „Schulband“. Sie sahen nämlich wirklich aus wie so eine Schulband bei einem Schulkonzert oder Talentwettbewerb, wie sie da in Jacketts vor einem roten Samtvorhang standen, Rockmusik spielten, alle ziemlich jung. Außerdem hatte der Sänger auch noch coole Haare und eine coole Stimme. Würde man sie ein bisschen hypen, dann könnte das wieder so eine erfolgreiche Boyband werden.
Mittlerweile war der Club ziemlich voll, das Konzert war ausverkauft. Die Jungs kamen gut an, die Lieder hatten meist schöne Melodien. Falls ihr euch selbst ein Bild machen wollt, hier ein Video. Von der Haarpracht und der Musik könnt ihr euch ansonsten auch so überzeugen:



Zu guter letzt kamen Carl Barât & The Jackals auf die Bühne. Es herrschte eine euphorische Stimmung im kleinen Club. Es wurden auch Lieder von The Libertines und Dirty Pretty Things (ein anderes Bandprojekt von Carl) gespielt, die das Publikum meist auch kannte. Vor allem bei „Bang Bang, You’re Dead“ kam Jubel.
Zwischenzeitlich verschwanden The Jackals von der Bühne und Carl Barât spielte alleine auf der Gitarre. Es klang sehr schön, die Leute sangen zum Teil mit.
Als die restliche Band zurück auf die Bühne kam, war Schluss mit Ruhe und die Musik wurde wieder wilder. Mein persönliches Highlight war „Glory Days“, weil ich diesen Gitarrenriff einfach liebe.
Was ist noch so passiert? Ein Gast hatte Carl Barât einen Shot gereicht, den er geext hatte. Es wurde ein T-Shirt in die Menge geworfen und ein Plektrum. Sowas ist immer etwas riskant, könnte ja sein, dass die Leute sich dann darum prügeln. Doch alles blieb friedlich.
Es gab eine Zugabe, doch trotzdem war das Konzert gefühlt zu kurz. Allerdings haben die Jungs echt gut gespielt und sahen etwas erschöpft aus, deswegen ist es ok. Meiner Meinung nach klangen Carl Barât & The Jackals live sogar besser als auf dem Album.


Für Libertines-Fans, die die Band nicht sehen konnten, kann ich nur empfehlen, auf ein Konzert von Carl Barât & The Jackals zu gehen.

Nun eine akustische Version von "Glory Days". Der Riff ist trotzdem toll ♥
Und so klingen sie auf dem Album (leider hab ich keine einbettbare Soundcloud-Datei gefunden):

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Pool und The 1975 in Berlin, 12/10/14

Es gibt Bands, von denen man denkt sie seien total bekannt, will jemandem darüber erzählen und dann kommt nur ein „Wer?“ als Antwort. Dann gibt es Bands, zum Beispiel The 1975, die man für ziemlich unbekannt hält und dann steht man vor dem Club, am Ende einer hunderte Meter langen Schlange, und wundert sich darüber, wieso so viele junge Mädchen diese Band sehen wollen. Tatsache.

Pool im Urlaub (das ist natürlich ein Scherz)
Als Vorband spielten Pool. Drei junge Typen aus Hamburg, für die es anscheinend stetig bergauf geht. Vor einem Jahr habe ich sie noch beim FWTB im kleinem Lido gehört, jetzt waren sie Support für The 1975. Nicht schlecht.
Nicht schlecht ist auch deren Musik. Sie hat sich zwar etwas verändert, aber das ist nichts Ungewöhnliches. Die Gitarre klingt immer noch munter und der Bass etwas funky. Lediglich die Stimme wird ab und zu getunt. Schade eigentlich.
Pool haben locker mit dem Publikum gesprochen, das fast immer mit Kreischen geantwortet hat. Vor allem wenn The 1975 erwähnt wurden. Auch insgesamt kamen sie ziemlich gut an, obwohl sie nicht „Harm“ gespielt haben, das meiner Meinung nach echt cool klingt.

Ihr könnt euch die Lieder bei Soundcloud anhören und auch runterladen. Einmal „Harm“ für euch und einmal ein jüngeres Lied:




Nun zu The 1975. 
Ziemlich pünktlich um 22 Uhr ging es los, das Rechteck hinten auf der Bühne leuchtete weiß, Rauch und Gekreische füllten das Astra. Dann kamen die vier Typen auf die Bühne, ganz zum Schluss Matt Healy (der Sänger und Gitarrist) lässig bzw. etwas fertig mit einer Zigarette (?) in der Hand. Später kam noch eine Flasche Wein dazu. Er lebt seine Lieder.
Eine Stunde wurde gespielt, leider kein einziges neues Lied. Aber es wurde von einem neuen Album berichtet, das bald aufgenommen werden soll. Nach der Stunde gab’s eine kurze Pause und zum Schluss wurden zweieinhalb Lieder gespielt (Erklärung folgt). Lasst mich euch nun von den Highlights berichten.

Ein einfache Rechteck ist das Markenzeichen der Band.
Erstmal Matt Healy an sich. Es gibt nur wenige Musiker, die mit einer Flasche Rotwein auf der Bühne stehen und singen. Ziemlich stilvoll. Ebenfalls stilvoll war der Saxophonspieler, der einige Lieder begleitet hat. Er gab sogar ein Solo.
Ruhiger wurde es als „Is There Somebody Who Can Watch You“ gespielt wurde. Zumindest glaube ich, dass es dieses Lied war. Matt wollte die Gesichter des Publikums sehen, jeder sollte sein Handy wegpacken und den Moment nicht filmen, sondern genießen. Am Ende schwenkten unzählige Handylichter wie Feuerzeuge zur Musik.
Bei „fallingforyou“ hatte man eine Zeit lang tatsächlich Angst, er würde von dem Lautsprecher runterfallen. Aber er hat es auch geschafft, problemlos auf dem Schlagzeug zu stehen. Alles mittlerweile schon Routine.
Ganz am Ende, als „Sex“ gespielt wurde, ging plötzlich die Musik aus. Man hörte nur noch das Schlagzeug und ganz leise eine Alarmanlage im Backstagebereich. Angeblich hatte es ein kleines Feuer gegeben, doch niemand wurde rausgeschickt. Einige glückliche Fans durften Matt Healy berühren, da er sich an den Rand des Publikums gewagt hat. Sobald die Stromversorgung wieder lief, spielte die Band „Sex“ noch mal von vorne. Dann war das Konzert auch schon vorbei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das The 1975 Konzert voller Überraschungen steckte. Live klangen sie auch gut, obwohl die Stimme manchmal etwas zu leise war, was allerdings an der Technik lag. Ähnlich wie The Kooks haben sie viele junge weibliche Fans, doch die Jungs schafften es, cool zu bleiben. Wer die Band mag, der wird es nicht bereuen auf ein Konzert zu gehen. 

Montag, 30. Juni 2014

Johnny Lloyd und The Kooks in Berlin, 13/06/2014

Schon ‘ne Weile her, dass ich da war, doch zum Glück bin ich noch jung und meine Mnestik ist einigermaßen funktionsfähig. Also kann ich davon berichten. Was wollte ich eigentlich als nächstes schreiben..?

Ach, ja, genau. Der Heimathafen Neukölln ist ziemlich klein, deswegen war es keine lobenswerte organisatorische Leistung, The Kooks genau dort spielen zu lassen. Wochen vorher waren die Karten weg, Stunden vor dem Konzert (glaub ich zumindest), standen Leute verzweifelt davor, um irgendwie an eine Karte zu kommen. Meistens vergebens.
Ich hatte Glück: ein mysteriöser Musikkenner (oh, eine Alliteration!) ließ sich auf einen Deal ein und ich bekam eine Karte. Damit keine Spekulationen entstehen, ergänze ich mal, dass es sich um einen Kartentausch handelte. Alles legal.

Zuerst spielten Johnny Flynn (keine Homepage gefunden) und sein blonder Sidekick Gitarrenmusik. Klang live nicht schlecht, war allerdings auch nichts Besonderes. Die Beleuchtung war interessanter. Das klingt jetzt gemein, ist aber wirklich so. Mit der Diskokugel und Formen aus Licht sah der Raum richtig schön aus, das Problem war nur, dass die Musiker den besten Blick darauf hatten. Als Zuschauer musste man sich von der Bühne wegdrehen um den Anblick zu genießen, zumindest wenn man vorne stand. 
Digital hören sich die Lieder trotzdem toll an.


Es war nur ein kurzes Set, auf dem eine lange Umbauphase folgte. Man sah ganz viele Bildschirme aufeinander gestapelt im hinteren Teil der Bühne. Sie erinnerten an alte Röhrenfernseher.
Dann kamen endlich The Kooks aus dem Backstage gehüpft, mit einer unglaublichen Energie, vor allem der Sänger. Vor der Bühne waren eigentlich nur Mädchen, also kein Wunder, dass die Band da gute Laune hatte. Natürlich gab es sehr lautes Gekreische, auch von der männlichen Seite.

Als erstes wurde „Down“ gespielt, die relativ neue Single, funkig und gut zum Mitsingen. Die Bildschirme leuchteten rot und Luke Pritchard (der Sänger) ging voll ab. Die Mädels sowieso.
Ansonsten wurden viele ältere Songs gespielt. Sobald einer der ,,Klassiker“ erkannt wurde, gab es zusätzlich lauten Beifall. ,,Ooh La“, „Junk of the Heart“ und „Naive“, nur um einige Beispiele zu nennen.
Bei „Do You Wanna“ sang das Publikum den Refrain einstimmig im Chor. Die weiblichen Stimmen überwogen deutlich. Dem Sänger ging es bestimmt richtig gut -  da standen dutzende hübsche Menschen vor ihm, die alle „Do You Wanna Make Love To Me“ gesungen haben. Sehr clever gewählter Text.

Insgesamt war das Konzert echt gut, Luke kann super performen und die Bühnen-Deko war cool. Leider hatte ich keine Zeit, um von The Kooks Bilder zu machen.


Mittwoch, 11. Juni 2014

Glass Animals auf einem Dach in Berlin, 10/06/14

Es ist kein Geheimnis, dass Glass Animals einer meiner Lieblingsbands ist. Ich habe sie mir eigentlich nur angehört, weil ich das Cover ihrer EP „Glass Animals“ cool fand. Dass die Band an sich auch nicht schlecht aussieht, ist mir damals noch gar nicht bewusst gewesen. Ok, ich könnte hier noch ganz viel erzählen, aber dann wäre die Einleitung zu lang.

An einem schönen Sommertag begab es sich, dass der Radiosender FluxFM die Band Glass Animals bei sich auf der Dachterrasse spielen ließ. Diese Chance wollte sich ein junges Mädchen nicht entgehen lassen und somit machte es sich mit einer Freundin auf den Weg in das Herz Berlins.
Sie hörten den Soundcheck schon von Weitem und betraten einen antiken Fahrstuhl. Nach fünf Minuten waren sie oben. Mit der Treppe hätte es nur 42,7 Sekunden gedauert, doch die Zeit drängte nicht.

Obwohl es bereits 18 Uhr war, schien die Sonne erbarmungslos auf die kleine Menschenmenge herab. Die Band hatte Glück, sie standen im Schatten. Warm war ihnen trotzdem. Oder sie tragen aus Prinzip keine Schuhe.
Lauter Applaus, kurze Begrüßung und dann spielten Glass Animals ihr wohl bekanntestes Lied – „Gooey“. Darauf folgte das sommerlich-tropische „Pools“. Weiter konnte ich mir die Reihenfolge nicht merken. Nur noch, dass „Walla Walla“ am Ende gespielt wurde. Dieses Lied hat richtig coole Trommeln. Wir hätten dazu wahrscheinlich beim Bauchtanz getanzt, wenn der Song damals schon existiert hätte.
Insgesamt spielten sie ca. 40 Minuten, sowohl alte als auch neue Stücke. Von mir aus hätten sie ruhig alle spielen können. Oder zumindest noch „Exxus“. Aber ich sollte mich nicht beklagen.




Zwischendurch erzählte der Sänger Dave Bayley (nicht Baileys) einige Dinge. Zum Beispiel, dass das Publikum ziemlich cool aussähe mit den Sonnenbrillen und dass es so warm sei, dass sein Eis geschmolzen wäre. Und dass jeder später noch ein Eis essen sollte.
Generell war die Band locker drauf, sie haben sich sogar auf der Gästeseite meines Ideenbuches eingetragen.
Das Konzert war ebenfalls entspannt, allerdings würde ein dunkler Club mit bunten Lichtern und Nebelmaschinennebel auch sehr gut zur Musik passen. Mit richtig viel Nebel.

Hier noch einige Bilder, die ich gemacht habe. Sie sind ein bisschen hipster-mäßig bearbeitet, bei der englischen Version (die ich irgendwann noch schreiben werde) kommen dann die „normalen“ hin. 


alle außer der Drummer

der Drummer (Joe) ohne alle


Edmund Irwin-Singer ist trotz seines Namens nicht der Sänger. Haha. Ha.


Gitarrist & Synthesizerist in einem - Drew


Dave spielt Gitarre und läuft dabei



Und er singt auch noch!


das war übrigens die Aussicht
Happy End ♥

Dienstag, 10. Juni 2014

Arctic Monkeys & "Ganz Besondere Gäste" in Berlin, 07/06/14

Mein Leben ist ein ständiges auf und up.Nur manchmal hab auch ich Pech. Ok, am Ende wendet sich meist alles wieder zum Guten, aber der Moment, in dem man sich vom Leben in Stich gelassen fühlte, war trotzdem da. Doch was hat das alles mit dem Konzert zu tun?

Eigentlich wollte ich gar nicht hin, sondern meinen anderen Hobbys nachgehen, z.B. in der Sonne liegen & lesen, Freunde treffen oder lernen. Hätte ich doch nur geschafft, die Karte zu verkaufen, dann hätte ich von dem Geld einpaar Mathematik-Übungshefte, Wörterbücher und Lernspiele erworben. Die Sache mit den Büchern ist noch nicht mal so unrealistisch.
Das alles ist allerdings nie geschehen und somit wurden die Weichen für meine Zugunft nicht umgestellt. Wenn der Weg wirklich das Ziel sein sollte, hoffe ich, nicht zu entgleisen. 




Kommen wir nun zum eigentlichen Thema. Das Konzert fand in der Zitadelle Spandau statt. Das ist „Berlins schönste Open Air Location“. Wow.
Erstmal ging es eine Stunde später los als angegeben, aber in der Wartezeit wurde unter anderem „Cocoa Hooves“ von Glass Animals gespielt, also alles halb so schlimm.  Ungefähr um 17:30 Uhr kamen Ok Kid endlich auf die Bühne. Ich wusste gar nicht, dass die so cool sind. Zwar kannte ich „Stadt ohne Meer“ schon vorher, aber die Band an sich nicht wirklich. Sie wirkten sehr sympathisch und legten eine kurze, dennoch erfreuliche und lockere Show hin. Das hätte man bei Texten wie „Und ich Idiot hol deine Tasse aus den Schrank, brüh alles noch mal auf“ (Kaffee Warm) oder „Auch wenn Winter ist, du bist noch lang nicht ausgebrannt“ (Allein, Zu Zweit, Zu Dritt) nicht unbedingt erwartet.
Am Ende des Konzertmarathons hatte man außerdem die Möglichkeit, mit der Band zu reden und Fotos zu machen. Den Groupies schlugen die Herzen höher.




Eine lange Umbaupause, dann erschienen The Strypes. Viele Besucher hielten sie für Miles Kane. Auch nach dem Konzert.
Von der Musik her sind die Jungs Rock’n’Roll und es ist beeindruckend, was sie in ihrem zarten Alter schon erreicht haben. Welche U20-Band kann sonst noch von sich behaupten, als Vorband der Arctic Monkeys gespielt zu haben?
An einer Stelle schien der Sänger einen Texthänger gehabt zu haben und drohte für eine Sekunde seine Coolness zu verlieren, doch den meisten Leuten fiel das sicher nicht auf. Die Kombination aus starker Sonneneinstrahlung, (Vor)freude, Stress und eventuell noch Alkohol macht viele eher unaufmerksam. Ansonsten gab's nichts auszusetzen.
An dieser Stelle will ich meinen Respekt dafür ausdrücken, dass The Strypes ihrem Stil treu geblieben sind und sich keiner, soweit ich mitbekommen habe, ausgezogen hat. Es gehört Durchhaltungsvermögen und wohl auch ein bisschen Wahnsinn dazu, bei so einer Hitze mit langärmliger, dunkler Kleidung zu performen.





Wieder eine Umbaupause. Ich blickte mich um und checkte die Leute ab. Da war ein Mädchen, das einen Gabel-Armreif trug. Also eine Gabel, die zu einem Armreif gebogen worden war. Um mich herum waren viele Franzosen und sieben Leute, die weiße Oberteile trugen. Bei solchen Temperaturen ist eine Umgebung in kühlen Farben sehr angenehm. Weiß ist übrigens eine unbunte Farbe.
Außerdem habe ich die Nähe von großen Leuten gesucht, um mich in ihrem Schatten vor der Sonne schützen zu können. Und mein Plan hat sogar funktioniert.

Ich hatte keine Ahnung, was mich bei Miles Kane erwarten würde. Ehrlich gesagt dachte ich an eher ruhige Musik, doch dies erwies sich ziemlich schnell als ziemlich falsch.
Es ist gut vorstellbar, dass er in einigen (englischen) Musikzeitschriften als „Sexy Beast“ bezeichnet wird. Wie er performt und spricht – sehr selbstbewusst. Nur seine Hose war etwas zu eng. Jemand meinte sogar gesehen zu haben, dass sie gerissen sei. Ob das stimmt weiß ich nicht, denn darauf habe ich nicht unbedingt geachtet.
Die Musik war wild, mehr Rock als Roll. Er hat ca. 40 Minuten gespielt, am Ende schwand mein Enthusiasmus allerdings und ich wollte nur noch die Arctic Monkeys sehen.




Erneut eine Pause. Langsam versank die Sonne, zwischendurch brauste immer wieder Applaus auf, war aber nur Fehlalarm. Insgesamt hat es mehr als fünf Stunden gedauert, bis das Publikum die Band sehen & hören konnte, wegen der es an erster Stelle da war.

Dementsprechend war die Freude groß, als die Monkeys auf die Bühne kamen. Wie sonst auch ging es mit „Do I Wanna Know“ los. Einigen ende 20-jährigen Typen wurde es zu heiß und sie zogen ihre Shirts aus. Nun stand ich vor bzw. hinter einer Fleischwand. Ich fokussierte meinen Blick lieber auf die Handys über den Köpfen, damit ich wenigstens ein bisschen von der Band sehen konnte.
Nach 20 Minuten wurde es plötzlich still. Selbst Alex Turner (der Sänger) war total überrascht. Es gab ein technisches Problem, alle verließen die Bühne und das Publikum blickte hoffnungsvoll nach vorne. Kurz wurde gesungen, dann geklatscht und gerufen. Alle kamen wieder und es ging weiter als wäre nie was passiert.
Auf dem Konzert ging es zu, wie es nun mal auf Konzerten zu geht: die Leute singen und filmen mit. Außerdem rempelt man sich gegenseitig an – tanzen kann so was nicht genannt werden und Pogen war es auch nicht. Manchmal fühlte man sich schon sehr bedrängt.
Bei ruhigen Liedern wurden viele auf die Schulter genommen. Auch einer der Oben-ohne Männer. Er sah so glücklich aus.


Das Konzert der Arctic Monkeys war natürlich gut, sie haben viel Erfahrung und wenn man wenigstens einige ihrer Lieder mag, ist man bei einem Konzert von ihnen gut aufgehoben. Es wurden alte und neue Lieder gespielt, bei "Arabella" hat Alex Turner wieder lustig getanzt. Alles sicher schon Routine.
Die Stimmung während der Show war manchmal etwas aggressiv, ansonsten ausgelassen-euphorisch. Wer hätte das erwartet. Soweit ich mitbekommen habe, sind zwei Leute ohnmächtig geworden und der Drummer hat zwischen zwei Songs einen Drumstick fallen lassen.
Wenn man dieses Konzert mit dem in der Columbiahalle (November 2013) vergleicht, dann war dieses hier unpersönlicher und mit weniger Show. Ich hätte am Ende Feuerwerk erwartet und eine freundliche Verabschiedung. Ein Feuerwerk wär einfach mal episch gewesen. Tja, aber man bekommt halt nicht alles im Leben.

Hin und wieder werden einem einige Dinge auch genommen, zum Beispiel Handys.
Mehreren Leuten wurden die Smartphones geklaut, mir auch. Und nein, ich trug keinen leicht zugänglichen Jutebeutel, sondern eine verschließbare Tasche. Sollte man da den Dieben seinen Respekt ausdrücken, dass sie es trotzdem geschafft haben? Sind „normale“ Taschen wirklich sicherer als Beutel? Fragen über Fragen…
Glücklicherweise (für mich) hatte ich keine kompromittierende Bilder von mir auf der SD-Karte. Nur ganz viele coole Lieder und einige gute Ideen, z.B. für Songs oder Texte.
Sollte jemandem von euch mal ein Samsung Galaxy S Note 2 mit petrolblauem Nagellack an der Rückseite und einer kleinen Delle Links oben beim Bildschirm in die Hände geraten, kennt ihr dessen kriminelle Vergangenheit.



Zum Schluss möchte ich mich bei den Leuten bedanken, die mir bei der Suche geholfen haben, auch wenn sie dies wahrscheinlich nie lesen werden und das Handy nicht gefunden wurde. Es gibt auch gute Menschen.
Wären diese Kleinkriminellen schlau gewesen, hätten sie mein Ideenbuch gestohlen, es unter einem anderen Namen veröffentlicht und Millionen kassiert. So aber haben sie nur einen überteuerten Wecker mit MP3-Funktion mitgehen lassen. Zumindest was mich betrifft.
In dem Sinne: Geht nie leichtsinnig mit den Dingen und Lebewesen um, die euch was bedeuten, denn sonst verliert ihr sie.

Dienstag, 13. Mai 2014

Klaxons in Berlin, 06/05/14

Wow, es ist schon eine Woche her. Wie schnell die Zeit vergeht. 
Das war vor dem Konzert etwas anders. Viel zu früh war ich an einem Dienstagabend bei bzw. in der Kantine am Berghain.
Ein wirklich schöner Ort, gleich neben dem berüchtigten Club. Es gibt mehrere Etagen im Freien, einen Springbrunnen, eine Bar, eine Kantine (!), eine Hollywood-Schaukel und im Sommer ranken sich Rosen an dem alten Gebäude hinauf. Sehr entspannend.

Kurz vor zwölf ging ich in den Veranstaltungsraum. Um kurz vor zwölf ging das Konzert los. Um kurz vor zwölf hörte es auf. Zumindest laut der Uhr, die drinnen hing.
In Wirklichkeit war ich kurz vor neun drin – um neun sollte es anfangen. Eine Vorband gab es nicht und natürlich würden die Klaxons nicht Punkt 21 (in Worten: einundzwanzig) Uhr auf der kleinen Bühne stehen. Das machen Rockstars nicht. Nach einigem Warten kamen sie dann, in glänzenden Outfits, fast wie die Diskokugel.

Bevor ich hier allerdings weiteres zur Show sage, will ich noch einige andere Bemerkungen loswerden:

Ich hatte extra einpaar Leuchtarmbänder mitgebracht, weil ich dachte: ,,Yeah, Party-Harty, wie beim Berlin Festival“. Letztendlich war ich die einzige Person die eins hatte. Hm.
Außedem fiel mir auf, dass viele Leute relativ warm angezogen waren – also langärmlige Sachen. Groooooßer Fehler. Oder halt nicht, wenn man auf Hitze und Schweiß steht.
Die Kantine ist klein. Belüftung gibt es nicht wirklich. Ihr müsst nicht in Röcken hingehen, die wie Gürtel aussehen und auch keine Trägertops tragen, die eigentlich nur aus Trägern bestehen, aber legt wenigstens eure Jacke ab oder zieht den Rollkragenpullover aus. Dieses Leid kann man doch nicht mit ansehen. Auch bei ruhigen Konzerten kann es sehr warm werden.

Zurück zur Show.
Gleich zu Beginn wurde ,, Atlantis To Interzone“ reingeknallt. So begann auch 2013 beim Berlin Festival das Klaxons Konzert. Es ist einfach die Vorspeise, der Appetitanreger. Darauf folgten die neuen Lieder ,,Children Of The Sun" und ,,There Is No Other Time“, mit bunten Lichtern und Diskokugel unterstützt.
Eines der Highlights war – wie könnte es auch anders sein – „Golden Skans“. Die Menge sang und tanzte fröhlich mit, man sah die Freude an der Freude des Publikums im Gesicht des Sängers und selbst die Hitze war vergessen. Ach ja.

Klaxons spielten ungefähr gleich viele neue und alte Songs, zwischendurch wurde der Drummer gedisst und James Righton (der Typ am Keyboard) bewies seine Deutschkenntnisse. Dankeschön.
Als Zugabe gab es ein neues Lied und ganz zum Schluss wurde – ironischerweise – „It’s Not Over Yet“ gespielt. Doch es war wirklich vorbei.

Im Großen und Ganzen war das Konzert gut. Hätte natürlich länger sein können, aber so ist das meistens. Alles hat ein Ende.
Allerdings gefiel mir die Show beim Berlin Festival besser, wie man bereits gemerkt haben könnte. Das hat jedoch mehr mit der Stimmung im Publikum zu tun als mit der Band. Und der Tatsache, dass ich mit meinem Leuchtarmband ganz viele neidische Blicke auf mich zog. Glaub ich.

Wenn ihr die Klaxons kennt und mögt, geht ruhig auf deren Konzerte. Was habt ihr zu verlieren? Ok, Geld und Schlaf, aber was soll’s?
Wenn ihr die Klaxons nicht kennt, dann wagt euch auch ruhig auf ein Konzert. Könnte allerdings etwas verwirrend sein,wenn man erstmal so was wie ,,Atlantis To Interzone“ und dann „There Is No Other Time“ hört. Sie sind nun mal was... besonderes.
Golden Skans ist allerdings ein sehr schönes Lied, vor allem live.

Montag, 12. Mai 2014

Zulu Pearls und Reptile Youth in Berlin, 04/05/14

Ich glaube seriöse und ordentliche Rezensionen sind nicht ganz mein Ding, die überlasse ich lieber den Musikzeitschriften und Zeitungen. Wir sollten etwas mehr Persönlichkeit ins Spiel bringen. Oh, und meine Gutes-Timing-Fähigkeit geht mir auch langsam verloren.

Mittlerweile mag ich Das BiNuu: Es ist leicht zu erreichen, interessant gestaltet – zum Beispiel mit einer halben Diskokugel an der Wand, nicht zu groß und nicht zu klein. Außerdem waren alle bisher erlebten Konzerte dort toll.

Am Anfang waren ziemlich wenige Leute da. Ich war überrascht über die Altersgruppen. Bei einer Band, die live angeblich richtig verrückt ist, hätte ich jüngere Leute erwartet. Aber tatsächlich waren fast alle Anwesenden deutlich älter als ich. Haha.

Als die Vorband – Zulu Pearls – spielten, war noch nicht so viel los. Und das obwohl sie mit Verspätung begonnen hatten. Das Publikum war angenehm angetan, aber nicht überschwänglich begeistert. Alle warteten nur auf das Eine. Oder die Einen. 
In der ersten Reihe stahl ein ausgelassen tanzender Typ jedem die Show. Sogar der Sänger fand ihn bemerkenswert.
Kommen wir nun zu dem Musikalischen. Zulu Pearls klangen ganz in Ordnung. Nicht so verrückt und wild wie Reptile Youth, sondern eher wie eine Band, die man so nebenbei hören kann ohne überdreht zu werden, zum Chillen an einem Sonntagabend.
Es gab einige Probleme bei der Liveshow, man konnte den Sänger nicht genau verstehen. Was allerdings am Mikrofon lag.
Das Album „No Heroes No Honeymoons“ klingt im Vergleich zu dieser einen Show etwas besser, weil die einzelnen Komponenten deutlicher klingen. Aber hört euch lieber selbst einige Songs an und entscheidet. Oder ladet es gleich runter:





Nach einer gefühlten halben Ewigkeit Warten kamen dann endlich die Dänen auf die Bühne. Ich hab keine Ahnung mehr, mit welchem Lied es losging, aber es war sofort gute Stimmung im Club. Natürlich. Was denn auch sonst?
Es war das erste Mal, dass Reptile Youth in der Zusammensetzung spielten, wie sie auch das Album „Rivers That Run For A Sea That Is Gone“ aufgenommen haben. Unnützes Wissen, ich weiß.
Überraschend für mich war, dass der Sänger schon ziemlich früh ins Publikum sprang. Verrückt.
Es wurde wärmer und die Leute tanzten. Sogar die, die anfangs eher elegant gekleidet waren. Verrückt.
Der Sänger sprang wieder ins Publikum, Crowdsurfing, berührte die Diskokugel in der Mitte des Raumes. Verrückt.
Er wurde ja von der Menge gehalten, was beim Crowdsurfing so üblich ist. Auch ich konnte mithalten, allerdings bin ich nur ein kleines schwaches Mädchen und hatte echt Angst, dass er meinetwegen runterfallen würde. Wäre auch passiert, wenn etwas weniger Leute geholfen hätten. Glück gehabt. Hätte unangenehm werden können.

Ich kann leider nicht viel mehr zum Konzert sagen, außer dass es cool war und ungefähr so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sie sind tatsächlich verrückt. Es wurden viele alte und neue Songs gespielt, wobei die neueren überwogen. Und am Ende natürlich „Speeddance“, als krönenden Abschluss.

Wenn ihr also gerne auf Konzerte abgeht, dann kann ich euch Reptile Youth nur empfehlen. Es sind auch einige ruhigere Lieder dabei, man muss ja zwischendurch mal Luft holen können. Und jetzt: Du dududu dududu dudu....


Donnerstag, 13. März 2014

Phon.o, BeatauCue und C2C in Berlin, 09/03/14

Vom 08. bis zum 21. März finden in Berlin die e-Mobilitätswochen statt. Eine große Veranstaltung, bei der sich jeder über Elektroautos informieren kann, vor allem über die von Volkswagen. Darüber hinaus gibt es abends Konzerte mit elektrischer Musik. All das findet im ehemaligen Flughafen Tempelhof statt.

Der Hangar 2 strahlte eine gewisse Kühle aus: überwiegend weiße Einrichtung und Lichter in verschiedenen Blautönen. Hinter den DJ-Pulten befand sich ein großer Bildschirm, auf dem ,,electrified!“ stand und an den Seiten jeweils ein Auto, weiß.
Für die Gesundheitsbewussten gab es Ohrstöpsel und jeder konnte sich Leuchtarmbänder nehmen, die in einem kalten Blau leuchteten bzw. blinkten.
Später würde man von der Kühle nichts mehr mitbekommen.

Phon.o
Zu Beginn hörte man die Stimme von James Blake, doch bevor hier jemand denkt, etwas nicht mitbekommen zu haben – es war nur ein DJ-Set von Phon.o. Etwa eine Stunde lang spielte er nicht sehr tanzbare Lieder, was nicht bei jedem gut ankam.  Außerdem war es etwas zu hell, was einige vom Tanzen abhielt. Vorübergehend saßen einige Leute einfach nur auf dem Boden rum, während andere versuchten, irgendwie Partystimmung zu verbreiten. Zum Ende hin wurde es etwas besser, alle standen wieder und viele tanzten immerhin ansatzweise. Doch an sich war es nur ,,in Ordnung".

Nach einer kurzen Pause spielten BeatauCue, auch etwa eine Stunde. Einige Leute, die sowohl Französisch als auch Englisch sprechen konnten, fanden den Namen eigenartig, denn man könnte ihn mit ,,Hau auf den Hintern“ übersetzen. Ich bin kein Französisch-Slang-Experte, das ist nur, was ich mitbekommen habe.
Es wurden eigene Songs gespielt und beide DJs versuchten, zumindest ein bisschen mit dem Publikum zu interagieren. Die Stimmung war diesmal deutlich besser, doch die meisten sparten ihre Energie für C2C auf. Eigentlich waren ja nur deswegen alle da.

The Cell
Dann war es endlich so weit. Es wurde dunkel, die vier DJs von C2C kamen auf die Bühne und ,,The Cell“ wurde gespielt, das erste Lied auf dem 2012 erschienenden Album ,,Tetra“. Dazu liefen auf jedem der vier DJ-Pulte Animationen, jeweils eine geometrische Form, die sich der Musik anpasste bzw. dem, was die Person hinter dem Pult gerade machte.
Es wurden hauptsächlich Lieder von ,,Tetra“ gespielt, aber nie genau so, wie sie auf dem Album klingen. C2C sind schon lange aktiv und haben mittlerweile eine Art Choreographie entwickelt, um jedes Lied interessant zu präsentieren.
 ,,Banquet“ wurde zum Beispiel als Battle umgesetzt: Die DJs wurden in Zweier-Teams aufgeteilt und das Publikum in zwei Gruppen, die jeweils einem Team zugeordnet wurden und dieses unterstützen sollten. Während die gegnerische Mannschaft spielte, sollte man möglichst leise und auf keinen Fall begeistert sein, bei dem eigenen Team dagegen so laut wie möglich.
Banquet
Eine weitere lustige Idee war, dass das Publikum das Scratchen nachmachen sollte. Es klang zwar nicht gut, doch brachte gute Stimmung.
Wobei dies eigentlich nicht nötig gewesen wäre, denn die Menge war bereits hin und weg. Jedes Lied wurde von Jubel und Applaus begleitet, doch nach zwei Stunden Vorfreude kann man sich auch nur schwer beherrschen.
Es wurden außerdem Songs gespielt, mit denen C2C 2005 bei einer DMC-Meisterschaft aufgetreten sind. Hier das Video davon.
Zum Schluss wurde ,,The Beat“ gespielt, zu dem alle vier Franzosen in guter 90er Manier rappten und High-Fives verteilten. Damit war das Konzert zu Ende.

Viele standen noch eine Weile vor der Bühne, in der Hoffnung, dass es eine Zugabe geben würde, doch als die Lichter wieder angingen, war auch die letzte Hoffnung erloschen. Für die, die noch weiter tanzen wollten, kamen BeatauCue wieder. Allerdings war es schon nach Mitternacht – um 20 Uhr war offizieller Beginn – und viele mussten am Montagmorgen früh raus, also tanzten nur noch vereinzelte Grüppchen.

Insgesamt lässt sich zu C2C sagen, dass sie eine sehr energetische Liveshow bieten, man hat keine Chance, einfach nur ruhig daneben zu stehen. Wer also gerne tanzt sollte auf jeden Fall ein C2C-Konzert besuchen. Und auch wenn ihre Shows immer nach einem ähnlichen Muster ablaufen, ich würde noch mal hingehen.

Auch das ,,electrified!“ an sich scheint ganz gut zu sein. Man hat die Chance, viele bekannte und unbekannte DJs und Elektro-Musiker live zu erleben. Ohrstöpsel, Leuchtarmbänder und Garderobe sind kostenlos und wenn man früh da ist, bekommt man ein Festivalbändchen. Allerdings sollte man seinen Personalausweis nicht vergessen, denn man wird kontrolliert.

Falls ihr also mal nicht wisst, was ihr an einem Abend machen sollt, geht zum Flughafen Tempelhof, der Eingang zum Hangar 2 ist gegenüber von der Columbiahalle. Vom 14. bis zum 16. März kann man auch als Ottonormalverbraucher tagsüber hingehen und sich über e-Mobilität informieren. Hier weitere Infos zu allem.


Mittwoch, 26. Februar 2014

L'aupaire und We Invented Paris in Berlin, 24/02/14


Ehrlich gesagt wusste ich nicht viel über We Invented Paris als ich mir die Karte geholt habe. Nur, dass sie live ganz gut sein sollen und mir das Ticket gefiel. Diese zwei Gründe reichten mir, um zum Konzert im BiNuu zu gehen. Als Support dienten L'aupaire, allerdings mit einem Ersatz-Drummer.

Um etwa neun Uhr begannen L'aupaire und spielten ein ca. dreißigminütiges Set mit warmen, zum Teil melancholischen Songs. Die Stimme des Sängers hatte beim Singen etwas kratziges an sich, was die Lieder noch interessanter machte.
Es gab auch ein Duett mit jemandem von We Invented Paris, mir fällt leider der Name nicht ein, und eine Pedal-Steel-Gitarre. Sieht aus wie ein Keyboard, ist aber keins.
Ach ja, und beim Merchandise-Stand gab's Streichhölzer, aber ich habe nach dem Konzert leider nicht mehr dran gedacht und mir deswegen keine geholt. Wär doch mal was außergewöhnliches gewesen.
Insgesamt gefiel mir L'aupair und ich werde sie ab jetzt im Auge behalten bzw. im Ohr. Haha.
Hier könnt ihr euch einige Lieder anhören:



Nach fast einer halben Stunde Umbauphase kamen dann We Invented Paris auf die Bühne.
Für die Leute, die die Band nicht kennen: Es ist ein europäisches Künstlerkollektiv, das eine Zeit lang auf Wohnzimmerkonzerttour war, aber auch auf größeren Bühnen spielt. Die Musik ist locker und laut Internet ,,Indie-Pop'' und ,,Folk''.

Wenn man genau hinsieht, erkennt man den Sänger.
Er sieht einbisschen wie Jake Gyllenhaal aus.
Allerdings nicht auf diesem Bild.
Das Konzert begann mit ,,Sleeptalk'' und bunten Lichtern. ,,Everyone Knows'' wurde stark bejubelt, doch mein persönliches Highlight war ,,Bohème'', was so ziemlich in der Mitte gespielt wurde. Es war so, als wäre man auf einer Grillfeier im Sommer, die langsam zu Ende geht und mit Musik ausgeklungen wird. Kurz darauf kam Flavian Graber, der Sänger, ins Publikum und spielte ,,Requiem''. Alle waren still und lauschten andächtig. Meine Beine taten zwar etwas weh, weil ich unbequem saß, aber was soll's.
Danach ging's wieder auf der Bühne mit allen Bandmitgliedern und ,,Treeless''
wurde gespielt. Nach ,,Iceberg'', was mir auch sehr gefällt, gingen dann alle von der Bühne, doch natürlich war es noch nicht vorbei.
Drei weitere Lieder folgten und nach ,,More'' herrschte Unsicherheit. Würde die Band hinter der Bühne bleiben? War es jetzt wirklich vorbei? Antwort: Nein.
Zum Abschluss wurde ,,Silence'' gespielt, diesmal mit vollständiger Band und auf einer Theke. Einer von denen stieß mit dem Kopf an einen Scheinwerfer, doch glücklicherweise ohne weitere Folgen. Es wurde zum Kauf der ,,berliner Hipster-Beutel'' und des Albums angeregt und dann begann das letze Lied. Einige Leute sangen mit, ich kannte leider den Text nicht. Applaus und dann war es wirklich vorbei. Schade.

Die Musik an sich gefiel mir auch. Viele der Lieder sind radiotauglich und werden vermutlich auch bereits gespielt. Sie verbreiten irgendwie eine gemütliche Stimmung und passen sowohl dazu, im Winter mit einer Tasse Tee in der Hand auf eine schneebedeckte Landschaft zu schauen, als auch im Sommer mit Freunden in der Sonne zu sitzen.
Eine Diskokugel (bzw. Spiegelkugel). Tut mir Leid, hab
nur Sofortbilder gemacht.

Alle Dinge, die ich im Netz über die Band gelesen habe, bewiesen sich als war.
We Invented Paris sind wirklich eine tolle live Band, das Konzert war sehr abwechslungsreich und es gab sogar Luftballons. Zwei Lieder wurden im Publikum gespielt, was nicht immer einfach ist. Manchmal ist es ja so, dass Leute die ganze Zeit nur reden, aber hier nicht. Also großes Plus an alle, die da waren.
Bei ,,More'', dem vorletztem Lied, wurde wild getanzt. Flavian tanzte ebenfalls im Publikum. Und auch wenn viele Leute etwas zurückhaltend schienen - zumindest da konnte keiner mehr ruhig stehen bleiben. Ein Kompliment geht noch an das Bühnenbild. Die Idee mit den einzelnen Glühlampen vor goldenen, tellerähnlichen Platten ist sehr schön. Die Luftballons waren auch toll, manchmal aber etwas störend. Immer wieder flogen mir welche auf den Kopf. Zum Glück waren es nur Luftballons.

Fazit: Wer persönliche Konzerte und fröhliche Stimmung mag, sollte auf jeden Fall auf ein We Invented Paris Konzert gehen. Ich bereue zumindest nicht, die Karte ohne Vorwissen gekauft zu haben. Und da diese Tour ,,Rocket Spaceship Tour Part 1'' heißt, wird es sicher noch Part 2 geben.


Setlist
 Sleeptalker, A View That Almost Kills, Piccard, Everyone Knows, Dance On Water, Mont Blanc,            Bubbletrees, Bohème, Philosopher; Requiem; Treeless, Polar Bears, Farmer, Iceberg; Zeppelines,
Nothing To Say, More; Silence