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Samstag, 8. April 2017

Mustard in Berlin, 10/03/2017


Es war ein später Frühlingsabend und die innere Unruhe führte mich dazu, endlich mal in das "Madame Claude" zu gehen und mich von den Bands des Abends überraschen zu lassen. Leider war ich etwas spät da und habe nur "Mustard" gesehen, aber gelohnt hat es sich trotzdem.

Das Madame Claude ist ein ehemaliges Bordell, das zu einer Bar umfunktioniert wurde und nun verschiedenen Bands regelmäßig eine Bühne bietet. Das Interessante ist, dass die Decke mit Möbeln dekoriert ist und generell einige Dinge kopfstehen. Außerdem gibt es einen Tischkicker. Nun aber zu den Bands.

Am Anfang spielten die "Black Lennons". Zwar konnte ich sie nicht live erleben, aber ich verlinke hier ein Video, fall sich jemand einen Eindruck von der Band machen will. Kleiner Spoiler: Sie sind nicht wortwörtlich die schwarzen Lennons. Es scheint, als würden die Künstler interessante Performances haben.

"Mustard" klang ebenfalls etwas psychedelisch, doch mit einer Portion Sommer und guter Laune aka. Folk und Electro. Bei einigen Liedern wird man wohl nur Spanisch verstehen, was daran liegt, dass manchmal auf Spanisch gesungen wird. Die Band stammt, laut ihrer Seite, aus Madrid und hat einige Zeit in Brighton verbracht. Was man vielleicht bemängeln könnte, ist der ständige hohe Gesang des Sängers, denn seine tiefere Singstimme klingt ebenfalls recht gut. Natürlich will ich euch die Musik nicht vorenthalten, also hier ein Lied mit Video:


Der Auftritt der drei Jungs war angenehm, sie kamen sehr sympathisch rüber. Anfangs haben sich die Gäste nicht getraut zu tanzen, hörten aber gespannt zu und wippten mit. Am Ende saß kaum jemand mehr und es wurde zu lateinamerikanischer Musik getanzt. Nach dem Konzert konnte man sich eine kleine EP bei der Band kaufen, was ich auch tat und nicht bereute. Wer sie online hören will, kann es hier:



Fazit: "Mustard" sind eine Band, die schöne, sommerliche Musik spielen und live gut klingen. Vielleicht kann man sie bald auf Festivals und weiteren kleinen Club-Konzerten erleben. Desweiteren hat mich der Auftritt daran erinnert, dass man öfter mal in kleine Bars und Clubs gehen sollte, um sich die relativ unbekannten Bands anzuhören. Die Stimmung ist meistens recht locker und man kann viel Neues entdecken. Leider hatte ich mein Handy nicht dabei (ja, sowas passiert), deswegen konnte ich weder Fotos von der Band noch von der Location machen. Aber dafür gibt es ja das Internet.

Mittwoch, 26. Februar 2014

L'aupaire und We Invented Paris in Berlin, 24/02/14


Ehrlich gesagt wusste ich nicht viel über We Invented Paris als ich mir die Karte geholt habe. Nur, dass sie live ganz gut sein sollen und mir das Ticket gefiel. Diese zwei Gründe reichten mir, um zum Konzert im BiNuu zu gehen. Als Support dienten L'aupaire, allerdings mit einem Ersatz-Drummer.

Um etwa neun Uhr begannen L'aupaire und spielten ein ca. dreißigminütiges Set mit warmen, zum Teil melancholischen Songs. Die Stimme des Sängers hatte beim Singen etwas kratziges an sich, was die Lieder noch interessanter machte.
Es gab auch ein Duett mit jemandem von We Invented Paris, mir fällt leider der Name nicht ein, und eine Pedal-Steel-Gitarre. Sieht aus wie ein Keyboard, ist aber keins.
Ach ja, und beim Merchandise-Stand gab's Streichhölzer, aber ich habe nach dem Konzert leider nicht mehr dran gedacht und mir deswegen keine geholt. Wär doch mal was außergewöhnliches gewesen.
Insgesamt gefiel mir L'aupair und ich werde sie ab jetzt im Auge behalten bzw. im Ohr. Haha.
Hier könnt ihr euch einige Lieder anhören:



Nach fast einer halben Stunde Umbauphase kamen dann We Invented Paris auf die Bühne.
Für die Leute, die die Band nicht kennen: Es ist ein europäisches Künstlerkollektiv, das eine Zeit lang auf Wohnzimmerkonzerttour war, aber auch auf größeren Bühnen spielt. Die Musik ist locker und laut Internet ,,Indie-Pop'' und ,,Folk''.

Wenn man genau hinsieht, erkennt man den Sänger.
Er sieht einbisschen wie Jake Gyllenhaal aus.
Allerdings nicht auf diesem Bild.
Das Konzert begann mit ,,Sleeptalk'' und bunten Lichtern. ,,Everyone Knows'' wurde stark bejubelt, doch mein persönliches Highlight war ,,Bohème'', was so ziemlich in der Mitte gespielt wurde. Es war so, als wäre man auf einer Grillfeier im Sommer, die langsam zu Ende geht und mit Musik ausgeklungen wird. Kurz darauf kam Flavian Graber, der Sänger, ins Publikum und spielte ,,Requiem''. Alle waren still und lauschten andächtig. Meine Beine taten zwar etwas weh, weil ich unbequem saß, aber was soll's.
Danach ging's wieder auf der Bühne mit allen Bandmitgliedern und ,,Treeless''
wurde gespielt. Nach ,,Iceberg'', was mir auch sehr gefällt, gingen dann alle von der Bühne, doch natürlich war es noch nicht vorbei.
Drei weitere Lieder folgten und nach ,,More'' herrschte Unsicherheit. Würde die Band hinter der Bühne bleiben? War es jetzt wirklich vorbei? Antwort: Nein.
Zum Abschluss wurde ,,Silence'' gespielt, diesmal mit vollständiger Band und auf einer Theke. Einer von denen stieß mit dem Kopf an einen Scheinwerfer, doch glücklicherweise ohne weitere Folgen. Es wurde zum Kauf der ,,berliner Hipster-Beutel'' und des Albums angeregt und dann begann das letze Lied. Einige Leute sangen mit, ich kannte leider den Text nicht. Applaus und dann war es wirklich vorbei. Schade.

Die Musik an sich gefiel mir auch. Viele der Lieder sind radiotauglich und werden vermutlich auch bereits gespielt. Sie verbreiten irgendwie eine gemütliche Stimmung und passen sowohl dazu, im Winter mit einer Tasse Tee in der Hand auf eine schneebedeckte Landschaft zu schauen, als auch im Sommer mit Freunden in der Sonne zu sitzen.
Eine Diskokugel (bzw. Spiegelkugel). Tut mir Leid, hab
nur Sofortbilder gemacht.

Alle Dinge, die ich im Netz über die Band gelesen habe, bewiesen sich als war.
We Invented Paris sind wirklich eine tolle live Band, das Konzert war sehr abwechslungsreich und es gab sogar Luftballons. Zwei Lieder wurden im Publikum gespielt, was nicht immer einfach ist. Manchmal ist es ja so, dass Leute die ganze Zeit nur reden, aber hier nicht. Also großes Plus an alle, die da waren.
Bei ,,More'', dem vorletztem Lied, wurde wild getanzt. Flavian tanzte ebenfalls im Publikum. Und auch wenn viele Leute etwas zurückhaltend schienen - zumindest da konnte keiner mehr ruhig stehen bleiben. Ein Kompliment geht noch an das Bühnenbild. Die Idee mit den einzelnen Glühlampen vor goldenen, tellerähnlichen Platten ist sehr schön. Die Luftballons waren auch toll, manchmal aber etwas störend. Immer wieder flogen mir welche auf den Kopf. Zum Glück waren es nur Luftballons.

Fazit: Wer persönliche Konzerte und fröhliche Stimmung mag, sollte auf jeden Fall auf ein We Invented Paris Konzert gehen. Ich bereue zumindest nicht, die Karte ohne Vorwissen gekauft zu haben. Und da diese Tour ,,Rocket Spaceship Tour Part 1'' heißt, wird es sicher noch Part 2 geben.


Setlist
 Sleeptalker, A View That Almost Kills, Piccard, Everyone Knows, Dance On Water, Mont Blanc,            Bubbletrees, Bohème, Philosopher; Requiem; Treeless, Polar Bears, Farmer, Iceberg; Zeppelines,
Nothing To Say, More; Silence