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Dienstag, 24. März 2015

Adi, Olympique und Bilderbuch in Berlin, 20/03/2015

Schon seit Wochen war das Konzert im Astra ausverkauft. Kein Wunder, denn mit „Plansch“ und „Maschin“ fingen Bilderbuch seit 2013 langsam aber sicher an, aus der österreichischen Musikszene aufzutauchen und mit ihrer Musik zu uns rüber zu schwappen.

Ich habe was gelernt: man muss nicht immer früh da sein, um nah an die Bühne zu kommen. 30 Minuten vor Konzertbeginn hab ich mir noch ne Pizza gegönnt, war also 10 Minuten vorher da. Am Anfang war der Platz super, dann fing es plötzlich an, komisch zu riechen. Nach einer Weile wieder. Doch nachdem zwei Leute sich von der Stelle entfernt hatten, kam dies nicht mehr vor.

Zuerst spielte Adi Ulmansky, oder einfach nur Adi. Egal womit ihr „Adi“ bisher assoziiert habt, jetzt sollte es sich dabei um die Musikerin aus Israel handeln. Sie verbindet verschiedene elektronische Beats miteinander und singt dazu.
Ihr Name stand in Leuchtschrift auf oder Bühne, davor stand sie selbst, machte Musik, sang und bewegte sich dabei. Dazu gab es bunte Lichter. Also so ziemlich genau das, was ich auch machen würde, hätte ich das Zeug dazu.
Der Musikstil war ein ganz anderer als der von Bilderbuch, was etwas überraschend war. Nichtsdestotrotz klang es ganz cool. Man konnte sich zu der Musik bewegen und sich schon mal einstimmen. Adi war außerdem echt nett zum Publikum, am Ende gab es noch ein Gruppen-Selfie und sie ließ sich von einem kurzen Aussetzer der Technik nicht aus dem Takt bringen. Ein kleiner Eindruck:




Als nächstes spielten Olympique, ebenfalls eine österreichische Band. Ihre Musik war rockig, aber nicht unbedingt tanzbar. Sie spielten gut, doch irgendwie fehlte was. Selbst das öftere erwähnen von Bilderbuch brachte die Menge nicht unbedingt zum toben.
Auf YouTube klingen sie zumindest besser, vielleicht lag es also einfach nur am Sound.
Hier ein Video, das an interessanten Orten gedreht wurde:



Nach diesen zwei Vorbands war es Zeit für Bilderbuch. Diesmal trug Maurice, der Sänger, ein fancy Hemd, vielleicht nicht aus Seide, aber wohl aus den 80ern. Die Menge erwachte zum Leben, der Bass fing an zu beben.
Maurice bewegte sich lasziv zu seinem Gesang, später tanzte er außerdem im Publikum mit. Michael Krammer (der ein bisschen aussah wie der Sänger von The 1975) gab einige tolle Gitarrensoli, sogar über seinem Kopf. Bei „Softdrink“ kam am Ende ein Rapper auf die Bühne. Die Leute gingen seiner Meinung nach nicht genug ab, also wiederholte er seinen Part. Diesmal schien er zufrieden zu sein. Und noch eine interessante Sache: bevor „Spliff“ gespielt wurde, ließ die Nebelmaschine noch mal ordentlich Dampf ab.
Nach „Maschin“ verschwand die Band von der Bühne. Und klar, das Lied wär ein epischer Abschluss für ein tolles Konzert gewesen, doch Zugabe muss sein. Nach „Kopf Ab“ und „OM“ war es endgültig vorbei.
Insgesamt sind Bilderbuch eine Band zum Tanzen. Ich hatte etwas Pech, vor mir stand ein Baum, doch das hielt mich nicht davon ab, die Musik zu feiern.
Ein altes Lied:



Und Maschin:

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Pool und The 1975 in Berlin, 12/10/14

Es gibt Bands, von denen man denkt sie seien total bekannt, will jemandem darüber erzählen und dann kommt nur ein „Wer?“ als Antwort. Dann gibt es Bands, zum Beispiel The 1975, die man für ziemlich unbekannt hält und dann steht man vor dem Club, am Ende einer hunderte Meter langen Schlange, und wundert sich darüber, wieso so viele junge Mädchen diese Band sehen wollen. Tatsache.

Pool im Urlaub (das ist natürlich ein Scherz)
Als Vorband spielten Pool. Drei junge Typen aus Hamburg, für die es anscheinend stetig bergauf geht. Vor einem Jahr habe ich sie noch beim FWTB im kleinem Lido gehört, jetzt waren sie Support für The 1975. Nicht schlecht.
Nicht schlecht ist auch deren Musik. Sie hat sich zwar etwas verändert, aber das ist nichts Ungewöhnliches. Die Gitarre klingt immer noch munter und der Bass etwas funky. Lediglich die Stimme wird ab und zu getunt. Schade eigentlich.
Pool haben locker mit dem Publikum gesprochen, das fast immer mit Kreischen geantwortet hat. Vor allem wenn The 1975 erwähnt wurden. Auch insgesamt kamen sie ziemlich gut an, obwohl sie nicht „Harm“ gespielt haben, das meiner Meinung nach echt cool klingt.

Ihr könnt euch die Lieder bei Soundcloud anhören und auch runterladen. Einmal „Harm“ für euch und einmal ein jüngeres Lied:




Nun zu The 1975. 
Ziemlich pünktlich um 22 Uhr ging es los, das Rechteck hinten auf der Bühne leuchtete weiß, Rauch und Gekreische füllten das Astra. Dann kamen die vier Typen auf die Bühne, ganz zum Schluss Matt Healy (der Sänger und Gitarrist) lässig bzw. etwas fertig mit einer Zigarette (?) in der Hand. Später kam noch eine Flasche Wein dazu. Er lebt seine Lieder.
Eine Stunde wurde gespielt, leider kein einziges neues Lied. Aber es wurde von einem neuen Album berichtet, das bald aufgenommen werden soll. Nach der Stunde gab’s eine kurze Pause und zum Schluss wurden zweieinhalb Lieder gespielt (Erklärung folgt). Lasst mich euch nun von den Highlights berichten.

Ein einfache Rechteck ist das Markenzeichen der Band.
Erstmal Matt Healy an sich. Es gibt nur wenige Musiker, die mit einer Flasche Rotwein auf der Bühne stehen und singen. Ziemlich stilvoll. Ebenfalls stilvoll war der Saxophonspieler, der einige Lieder begleitet hat. Er gab sogar ein Solo.
Ruhiger wurde es als „Is There Somebody Who Can Watch You“ gespielt wurde. Zumindest glaube ich, dass es dieses Lied war. Matt wollte die Gesichter des Publikums sehen, jeder sollte sein Handy wegpacken und den Moment nicht filmen, sondern genießen. Am Ende schwenkten unzählige Handylichter wie Feuerzeuge zur Musik.
Bei „fallingforyou“ hatte man eine Zeit lang tatsächlich Angst, er würde von dem Lautsprecher runterfallen. Aber er hat es auch geschafft, problemlos auf dem Schlagzeug zu stehen. Alles mittlerweile schon Routine.
Ganz am Ende, als „Sex“ gespielt wurde, ging plötzlich die Musik aus. Man hörte nur noch das Schlagzeug und ganz leise eine Alarmanlage im Backstagebereich. Angeblich hatte es ein kleines Feuer gegeben, doch niemand wurde rausgeschickt. Einige glückliche Fans durften Matt Healy berühren, da er sich an den Rand des Publikums gewagt hat. Sobald die Stromversorgung wieder lief, spielte die Band „Sex“ noch mal von vorne. Dann war das Konzert auch schon vorbei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das The 1975 Konzert voller Überraschungen steckte. Live klangen sie auch gut, obwohl die Stimme manchmal etwas zu leise war, was allerdings an der Technik lag. Ähnlich wie The Kooks haben sie viele junge weibliche Fans, doch die Jungs schafften es, cool zu bleiben. Wer die Band mag, der wird es nicht bereuen auf ein Konzert zu gehen.