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Dienstag, 30. Dezember 2014

Trailerpark in Berlin, 06/12/14

Ich habe euch zwei Konzerte versprochen, also bekommt ihr auch zwei. Allerdings werde ich bei dem hier leider nicht so viel sagen können. Sorry.

Noch vor Einlass wartete eine lange Schlange Trailerparkfans vor der Columbiahalle darauf, eine wilde Party zu feiern, die neuen Songs live zu hören und die Band in echt zu sehen. Zudem war es das Record-Release-Konzert, also musste noch irgendwas verrücktes passieren. Kurz gesagt: Vorfreude und Vorglühen vor der Halle.

Ich halte mich kurz, da ich leider nicht viel Zeit habe. Aber: Trailerpark spielten sehr lange und die Menge war gut gestimmt. Ich habe leider den Fehler begangen und bin mitten in die Menge vor der Bühne geraten, also dem Herzstück des wilden Rumgepoge, -gespringe und sonst was. Okay, es war eigentlich nicht sehr schlimm, bloß etwas brutal. Also lasst euch eins gesagt sein: Trailerparkkonzerte sind alles andere als ruhig, doch das hat wahrscheinlich auch niemand erwartet.

Es wurden viele Songs aus dem neuen Album "Crackstreet Boys 3" gespielt und einige aus "Crackstreet Boys 2", aber da von dem die meisten Lieder auf dem Index stehen, durften sie nicht gespielt werden. Außerdem noch "Drogen" und "Trostpreis", zudem als Premiere ein eigenes Lied von Sudden. Der bringt übrigens bald ein neues Album raus. Echt super.

Dieses Release-Konzert war nicht so krank wie das letzte, denn diesmal wurde ein Fan "nur" auf der Bühne von den Bandmitgliedern tätowiert. Am Ende wurde noch eine Pianoversion von "Bleib in der Schule" gespielt, sehr rührend. Selbst da haben einige versucht zu pogen.
Insgesamt also ein schönes Konzert, auch wenn es einigen eingefleischten Trailerpark-Fans zu harmlos war. Dennoch würde ich Leuten in schlechter körperlicher Verfassung nicht raten, vorne vor der Bühne zu sein, denn da geht es am meisten ab.
Jetzt habe ich doch mehr geschrieben als erwartet. Auch gut. Links und Fotos folgen später.

P.S. schönes neues Jahr ♥

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Traded Pilots und Cosmo Sheldrake in Berlin, 01/12/14

Es war der erste Tag im Dezember. Noch lag kein Schnee auf den Straßen, doch kalt war es allemal. Ein junges Mädchen machte sich auf den Weg zum Privatclub in Berlin. Es lief die lange Straße entlang, ein rotes leuchtendes "P" in der Ferne diente ihm als Wegweiser. Im Club war es warm und es gab kostenlose Salzstangen. Konnte der Abend da noch besser werden?

Tatsächlich.
Überraschenderweise gab es eine Vorband, nämlich die "Traded Pilots". Sie sind eine kanadisch/britische Band die in Berlin lebt und aus Emma Greenfield (Gesang und Gitarre) und Samuel Vance-Law (Gesang und Violine) besteht, die beide eine sehr sympathisch-süße Ausstrahlung haben.


Ihr Genre bezeichnen sie selbst als "Freak-Folk", was auch ziemlich zutreffend ist (sorry für die hohe Anzahl an Alliterationen).
Die beiden haben eine tolle Bühnenpräsenz: zwar etwas nervös, aber dennoch lustig und charmant. Die Musik war auch gut. Vor allem der vielsaitige Umgang mit den Instrumenten war bemerkenswert.
Traded Pilots waren vom Musikstil nicht unbedingt die beste Vorband für Cosmo Sheldrake, doch solange die Musik gut war, ist es nicht so schlimm. Falls ihr die Band unterstützen wollt, könnt ihr es hier und hier. Und nun ein Video.



Kurze Zeit später war es dann soweit: Cosmo Sheldrake kam auf die Bühne. Es gab es ein kleines technisches Problem, weswegen sich der Beginn verzögerte, doch als es losging, ging es richtig los.
Als erstes wurde eine coole Version von Belle Stars' "Iko Iko" gespielt, bei der die Leute abgingen.
Man sollte unbedingt wissen, dass Cosmo Sheldrake seine Songs live "zusammenbaut", indem er verschiedene Geräusche bzw. seine Stimme aufnimmt und einen Loop daraus erstellt oder sie zwischendurch einspielt. Mit einem guten Musikgefühl könnte man somit im Grunde jedes Lied covern.

Des Weiteren spielte er eigene Songs, inspiriert von Gedichten (z.B. "The Fly" von William Blake) und unter Verwendung von Geräuschen auf der ganzen Welt, wie das eines Korallenriffs. Hier mal das Geräusch eines gesunden Riffs:



Die Stimmung war ausgelassen und es passte alles ziemlich gut zusammen. Cosmo Sheldrake hatte ein "Woooho!" aus dem Publikum aufgenommen und in einem Loop verarbeitet. Dann hat er dazu gebeatboxt.
Insgesamt war das Konzert echt lustig und ich fand es inspirierend. Man kann anscheinend aus allem (gute) Musik machen.